Nikons neue Kameralinie: Nikon 1

Nikon hat heute ihr neues Bajonett vorgestellt, das „Nikon 1“-Bajonett und mit ihm gleich 2 Kameras und 4 Objektive.

Für eine Firma, welche seit mehr als 50 Jahren demselben Bajonett (Nikon F) treu geblieben ist, stellt dies einen bedeutenden Schritt dar – und doch ist das neue Bajonett keine Abkehr vom alten, dafür ist es schlicht zu klein.

Das Bajonett

Das Bajonett hat elektrische Kontakte und keine mechanische Blendensteuerung mehr. Es ist für ein spiegelloses System und einen 1-Zoll-großen Sensor konzipiert (daher womöglich der Name „Nikon 1“), welcher im Vergleich zu Vollformat („FX“) einen Crop-Faktor von 2,7 hat. Nikon nennt das Format „Nikon CX“. Der Sensor ist damit kleiner als APS-C (Crop 1,5, genutzt in vielen kleineren Nikon-Modellen („Nikon DX“) und den Sony-NEX-Modellen) und auch kleiner als der FourThirds-Sensor (Crop 2, von Olympus, Panasonic und anderen). Wie alle Sensoren von Nikon weist er ein 3:2-Seitenformat auf.



Dieser kleine Sensor bedingt eine höhere Schärfentiefe, ein schlechteres Rauschverhalten / eine geringere Lichtempfindlichkeit, Nikon kann damit aber auch kleinere Objektive als die Konkurrenz bauen.

Wo die Bildqualität von Sonys NEX-Sensoren mit SLRs mithält, wird sich die Qualität von Nikons 1-Sensoren zwischen SLRs und Kompaktkameras einordnen.

Ein Adapter auf das F-Bajonett wurde angekündigt, mit dem sich alle AF-I- und AF-S-Objektive mit Autofokus nutzen lassen.

Die Kameras und ihre Videofähigkeiten

Gleich zu Beginn gibt es die Wahl zwischen der preisgünstigeren Nikon J1 und der besser ausgestatteten Nikon V1. Beide haben einen 10-Megapixel-Sensor mit maximal 3200 ASA. Einen herkömmlichen Blitzschuh gibt es nicht mehr, Nikon ersetzt diesen durch einen neuen „Zubehörport“, an den Blitze, Dauerlicht und GPS angeschlossen werden können.

Bei der V1 gibt es einen hochauflösenden elektronischen Sucher (1,4 MP), welcher das Photographieren und Filmen bei Sonnenlicht erleichtert.

Die Videofähigkeiten entwickeln sich bei Nikon so langsam weiter: es gibt nun neben 1920×1080 in 24 oder 30 Bildern/s auch dieselbe Auflösung mit 60i. Leider fehlt 60p – diese Bildrate bekommt man nur im „Movie Snapshot Mode“ für eine Sekunde – sie wird dann in Zeitlupe (24p) abgespielt.

Niedrig aufgelöste Zeitlupen-Modi kommen hinzu: Bei 640×240 Pixeln kann die Kamera 400 Bilder/s aufnehmen, bei 320×120 Pixeln sogar 1200 B/s. Was man allerdings mit so einer geringen Auflösung anfangen kann, ist mir schleierhaft.

Das Aufnahmeformat ist gleich geblieben: H.264/AVC im Quicktime-Container. Die Kamera kann nun bis zu einer halben Stunde am Stück aufnehmen.

Zugleich mit den Kameras stellte Nikon 4 neue Objektive vor: eine Festbrennweite (10mm, f/2.8) und drei lichtschwache Zooms.

Erste Einschätzung

Nikon möchte sich mit den Kameras des „1er“-Bajonetts nicht selbst Konkurrenz machen. Das F-Bajonett bleibt die erste Wahl, das neue Bajonett ist eine Antwort auf Sony NEX und mFT, welche für Leute geeignet sein mag, die keine allzu hohen Ansprüche an die Bildqualität stellen und dafür eine möglicht kleine Kamera haben wollen.

Hoffentlich entwickelt Nikon die Videotechnik bis zur Vorstellung eines D700-Nachfolgers noch weiter.

Weiterlesen: DPReview (Englisch), NikonRumors (Englisch), Heise Newsticker


 
 
 

Ein Kommentar zu “Nikons neue Kameralinie: Nikon 1”

  1. Sandra
    22. September 2011 um 10:50

    danke für die kurze und knappe zusammenfassung.
    bringt mehr als mich durch die schreienden nikon-werbebotschaften zu klicken, um rauszufinden, was diese „bahnbrechende“ neuvorstellung jetzt so großartig macht. i’m staying with my sony nex and am still waiting for the d800.

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