Buchempfehlung: „Master Shots“ von Christopher Kenworthy

Der Untertitel dieses auf Englisch geschriebenen Buches lautet „100 advanced camera techniques to get an expensive look on your low budget movie“. Was sich erst einmal oberflächlich anhört, ist eine interessante Sammlung und Inspiration für jeden Kameramenschen und Filme jeder Budgetgröße.



Das rund 17 EUR teure „Master Shots“ ist kein Buch zum Hintereinanderweg-Lesen oder als Bettlektüre geeignet. Man sollte es sich vielleicht einmal komplett durchlesen, um einen Überblick über das angebotene Wissen zu erhalten, danach ist es aber vor allem ein Nachschlagewerk.

Jede Doppelseite des im Film-Breitformat gehaltenen Buches behandelt ein Problem oder eine Idee, zum Beispiel „Stille sichtbar machen“. Auf der linken Seite beschreibt der Autor die Spezifika des Problems und dann die Mittel und Möglichkeiten, das Problem überzeugend zu lösen, inklusive Hinweisen („Der Darsteller sollte hier fast in die Kamera schauen, damit wir die Intensität des Blickes spüren.“)

Auf der rechten Seite sind ein oder mehrere Ausschnitte aus einem bekannten Film, in dem das Problem auf diese Weise gelöst wurde. Darunter ist links eine Skizze zu den Positionen von Darstellern und Kamera, welche sehr hilfreich ist, um das Geschriebene nachzuvollziehen. Weniger nützlich fand ich das rechte, computergerenderte Bild, welches oft nur die Filmbilder nachstellt.

Das Buch ist auf Kamerabewegungen und Komposition ausgelegt und zeigt, wie man diese einsetzt, um die Geschichte des Films überzeugend zu erzählen. Gegliedert in Bereiche wie „Verfolgungsszenen“, „Kampfszenen“, „Aufmerksamkeit lenken“, „Liebes- und Sex-Szenen“ und „Dramatische Veränderung“ deckt es einen großen Bereich ab. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens eine Einstellung, die in Ihrem nächsten Film durch dieses Buch verbessert werden kann.


 
 
 

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