Buchempfehlung: „Rebel without a crew“ von Robert Rodriguez

„Die Theorie, daß man das Filmemachen heutzutage lernen kann, indem man auf Videokassetten aufnimmt, macht eine Menge von Filmemachern nervös, weil daraus folgt, daß jeder mit Vorstellungskraft da draußen sich eine Videokamera schnappen kann und sich selbst beibringen, wie man großartige, einfallsreiche Filme macht. Was bedeutet, daß es noch mehr Konkurrenz in einem bereits umkämpften Markt gibt. Aber es ist wahr – und diese Leute sollten sich Sorgen machen…sie sollten sich große Sorgen machen.“ (Robert Rodriguez, Übersetzung von mir)

Nach einer kurzen Einleitung, in der Robert Rodriguez beschreibt, wie er Kurzfilme in seiner Jugend zwischen zwei Videorekordern schnitt, folgt der Hauptteil des Buches im Tagebuch-Stil. Wir erfahren die gesamte Geschichte seines ersten Spielfilms „El Mariachi“, von der Idee, der Finanzierung, dem Zusammenborgen der Ausrüstung und dem abenteuerlichen Dreh, dem aufreibenden Schnitt und den anschließenden Versuchen, den fertigen Film auf dem spanischsprachigen Videomarkt zu verkaufen. Bis dahin lief alles so, wie er es geplant hatte – die großen Überraschungen beginnen mit einer Agentur in Los Angeles und enden noch nicht, als sein „home movie“ USA-weit auf der großen Leinwand läuft.

Im Anhang des Buches finden sich seine mittlerweile berühmte „10-Minuten-Filmschule“ und das vollständige „El-Mariachi“-Skript.



Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich und kostet in der Taschenbuchausgabe rund 12 EUR.

Obwohl das Buch bereits 1996 veröffentlicht wurde und Rodriguez seinen Spielfilm auf 16mm-Negativfilm drehte, gibt es hier eine Menge zu lernen. Den Löwenanteil seines Budgets von 7000 Dollar hat er damals für Negativfilm und Entwicklung ausgegeben – in diesen Zeiten von digitaler Aufnahme mit besseren Möglichkeiten als 16mm und digitalen Schnittplätzen hätte er seinen Film mit noch weniger Geld machen können – und wir können es auch.


 
 
 

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