Die Nikon D7000

Rund zwei Jahre nach der D90 – der ersten Video-SLR überhaupt – hat Nikon einen Nachfolger vorgestellt, der eigentlich kein Nachfolger ist. Die D7000 ist eine rundum bessere Kamera und auch der Videomodus hat aufgeholt.

Erhältlich ab Ende Oktober, ordnet sich die D7000 mit einem ungefähren Preis von 1100 EUR oberhalb der alten D90 und unterhalb der D300s ein, übertrifft ihre große Schwester allerdings in einigen Punkten. Die neue Kamera von Nikon hat einen 16-Megapixel-Sensor (APS-C/Nikon DX, Formatfaktor 1,5) mit 100-6400 ASA (erweiterbar auf 25600). Zwar ist ihr Gehäuse kleiner als das der D300s und sie hat keinen CF-Karten-Slot, sie besitzt aber ebenfalls (endlich wieder!) eine AI-Kupplung, so daß man auch mit alten manuellen Nikkoren die Belichtung messen kann.

Videomodus

Die D7000 hat fast den gleichen Videomodus wie die kürzlich vorgestellte kleine Schwester D3100. Im Vergleich zur D90 wurden viele Dinge verbessert, Nikon hat es allerdings nicht geschafft, Canons Modelle zu übertreffen.

Positives:

  • Full-HD: 1920×1080 Pixel in 24 (23,98) Bildern/s
  • höhere Bitraten (rund 22 MBit/s gegenüber 13 MBit/s bei der D90) und effizienterer Codec (H.264 statt MJPEG)
  • weitgehend manuelle Kontrolle über die Belichtung
  • bessere Tonqualität durch Mikrophoneingang und Aufzeichnung in 48 kHz, 16 Bit, stereo
  • manuelle Tonaussteuerung (allerdings nur in 3 Stufen) oder Automatik
  • nutzbarer Autofokus während der Videoaufnahme

Ich hatte auf der Photokina 2010 die Möglichkeit, den AF an lebenden Objekten auszuprobieren und er hat mich positiv überrascht – wenngleich nicht so schnell, wie man es mittlerweile gewohnt ist, ist er doch nutzbar. Wenn man ihn denn für seine Art des Filmens benötigt – szenische Filmer werden wohl weiterhin ganz auf Autofokus verzichten.

Negatives:

  • Im Vergleich zu Canons Modellen (43 MBit/s) ist die Videobitrate der D7000 mit 22 MBit/s immer noch nicht besonders hoch. Hier wäre sicher mehr möglich gewesen.
  • In 1920×1080 gibt es nur 24 Bilder/s – was hat sich Nikon dabei gedacht? In 1280×720 kann man zwischen 24, 25 und 30 B/s wählen.
  • Obwohl die Belichtung manuell steuerbar ist, kann man die Blende nur vor und nicht während der Aufnahme ändern. Warum?

Fazit

Das Urteil, welches man über die neue D7000 fällt, hängt ganz wesentlich von den Erwartungen ab, welche man gegenüber diesem Modell und Nikon insgesamt hat. Nikon hat eine gute neue Kamera vorgestellt und den Videomodus in wichtigen Punkten verbessert. Ich erlaube mir zu sagen: Sie ist nun tatsächlich für Videoaufnahmen nutzbar.

Stellt man aber höhere Erwartungen an Nikon und wagte vielleicht sogar zu träumen, daß die Firma es schafft, die Videofähigkeiten der vor zwei Jahren(!) vorgestellten Konkurrentin Canon 5D Mark II zu übertreffen, bleibt man auch im Jahr 2010 enttäuscht zurück.

Für den wohl nächstes Jahr erscheinenden Nachfolger der D700 hat Nikon noch einiges zu tun – und es wird nicht ausreichen, nur zur 5D Mark II aufzuschließen, denn nach der II folgt auch bei Canon die Nummer III.


Weiterlesen: Ausführliche Besprechung der Kamera bei DPReview.


 
 
 

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