Spieltrieb an der wilden Ostsee

Mitte August verschlug es mich an die Ostsee, wo Ole M. Werner an einem langen Wochenende gleich zwei Musikvideos mit dem Liedermacherduo Spieltrieb drehen wollte – ich begleitete ihn als Kameramann.

Dank Oles Erfahrung beim Drehen war er gut vorbereitet und sein Auto knapp bis zum Rand mit Requisiten gefüllt, in welchem meine Sachen gerade noch Platz hatten. Ich nahm eine Canon 5D Mark II, eine 550D und drei Objektive mit: meine treuen Nikkore 24mm/2.8, 35mm/1.4 und 105mm/2.5. Dazu drei Graufilter (2, 4 und 10 Blenden), einen Grauverlauf und eine Halterung von Redrock Micro samt Schärferad/Follow-Focus.


[Die Video-SLR im „Cage“ von Redrock Micro. Um den Käfig robuster zu machen, habe ich vier statt der vorgesehenen drei Winkel verwendet. (Bild von Michael Schulze)]

Wir hatten uns mit „Spieltrieb“ in Born auf dem Darß verabredet, wo sie ein Konzert im Cafe Tonart gaben. Auch unseren „Allzweck-Assistenten“ und Photographen Micha trafen wir dort – damit war unser kleines Team komplett. Unsere Zelte durften wir im Garten von Freunden der beiden Liedermacher aufschlagen, wo wir beim abendlichen Beieinander-Sitzen Sophie und René kennenlernten, welche uns großzügig anboten, in den nächsten Tagen auf ihrem Bauernhof zu bleiben und zu drehen.

Am folgenden Tag drehten wir an der Ostsee die ersten Szenen zum Lied „Marlborough Hair“, neugierig betrachtet und auch photographiert von Strandurlaubern.


[Schönes Wetter, aber kaum Zeit, es zu genießen, während des ersten Drehtags zu „Marlborough Hair“. (Bild von Michael Schulze)]

Nachdem fast alle einen Sonnenbrand hatten, fuhren wir zurück ins Landesinnere zu René und Sophie, die uns liebevoll aufnahmen und uns ihr Gästezimmer zur Verfügung stellten – nach dem Schlaf in einem richtigen Bett ist man viel leistungsbereiter, finde ich. Danke noch mal an unsere freundlichen „Herbergseltern“.

Der Hof der beiden bot auch passende Hintergründe und Requisiten für den Dreh des zweiten Videos zu „Ich war mal Cowboy“ (auf derselben CD „Ohrrangement“), es gab sogar Pferde! Diese sind im Hintergrund in zwei Einstellungen des Cowboy-Videos zu sehen.

Was wären Cowboys ohne ein richtiges Duell, welches natürlich auch im Video Platz fand.


[Philipp von Spieltrieb übt den finsteren Duell-Blick, während die Kamera auf das Nikkor 105mm/2.5 umgebaut wird. (Bild von Michael Schulze)]

Für den Refrain hatte sich Ole etwas Besonderes ausgedacht – eine Kreisfahrt um die beiden Cowboys. Obwohl wir alle erforderlichen Teile hatten, dauerte es knapp zwei Stunden, um die Plastikrohre so gleichmäßig und eben zu verlegen, daß mit dem Dolly eine ruhige Fahrt möglich war. Der Lohn der Mühe sind Aufnahmen, wie sie sonst nur mit wesentlich mehr Geld möglich wären.


[Für die Kreisfahrt um die beiden Helden haben wir Schienen aus Gardena-Plastikrohren aufgebaut, auf denen der vom Regisseur selbstgebaute Dolly geschoben werden kann. (Bild und Dolly-Schieben von Michael Schulze)]

Neben einem 2- und einem 4-Blenden-Graufilter war auch ein Grauverlauf eine wertvolle Hilfe, um den Himmel in einigen Szenen nicht ausfressen zu lassen.


[Hier sieht man, wer eigentlich den Hut aufhatte. (Bild von Ole M. Werner)]

Da ich leider nur einen Akku für die 5D Mark II hatte, mußte dieser regelmäßig aufgeladen werden – er hält rund 1,5 Stunden bei der Videoaufnahme. Empfehlenswert sind hier 2-3 Ersatzakkus. Durch zwei 32-GB-Speicherkarten hatten wir genug Platz und mußten diese noch nicht mal zwischendurch leeren. Während der gesamten Dreharbeiten für beide Videos kamen rund 40 GB an Rohmaterial zusammen.


[Spieltrieb in voller Montur für das Video zu „Ich war mal Cowboy“. (Bild von Michael Schulze)]

Der Bericht des Regisseurs über die Tage findet sich hier. Die beiden Videos gibt es Anfang November zu sehen.

Update: Das erste Video wurde inzwischen veröffentlicht.


 
 
 

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