Adieu, Canon XH-A1…

Vor knapp zwei Jahren kaufte ich mir die Canon XH-A1, um damit meinen Einstieg ins Videohandwerk zu finden und mein erstes Musikvideo zu drehen. Vor einem Monat verkaufte ich die Kamera wieder. Ein Abschied.

Wenn man Videos aufnehmen möchte, braucht man eine Videokamera. Diesem Zwang folgend kaufte ich vor zwei Jahren eine Canon HV20. Im Gegensatz zur Anschaffung eines neuen Photoapparates oder Objektivs war die Wahl dieser Kamera kein Vergnügen, denn für immerhin 800 EUR bekam man ein kleines Ding aus Plastik, womit man noch nicht mal ordentlich fokussieren konnte (manueller Fokus war möglich, aber nur langwierig über ein kleines Rändelrad an der Seite). Nach einer Woche Ausprobieren war diese Beziehung gescheitert und ich schickte die Kamera an den Händler zurück.

Nach einiger Recherche mußte ich feststellen, daß meine Ansprüche nicht unter 3000 EUR zu befriedigen waren und so bestellte ich schweren Herzens und daraufhin leichten Geldbeutels eine Canon XH-A1. Im Jahr 2007 wurde diese Kamera als beste gerade noch bezahlbare Amateurkamera gepriesen – hohe Lichtempfindlichkeit, große Einstellringe für Fokus, Zoom und Blende, lange Akkulaufzeit, XLR-Mikrophon-Eingänge, vielfältige Einstellmöglichkeiten – für den Preis gab es nichts besseres.



Zwei Videos entstanden damit, mein erstes Musikvideo „Dangerous“ (zusammen mit Theresa Hohaus) und ein Image-Video für die Potsdamer Freifunker.

Ich war zufrieden mit der Kamera – sie ließ sich gut halten (sowohl in der Hand, als auch oben am Henkel) und auch die Bildergebnisse entsprachen meinen Erwartungen. Mit einer Ausnahme: Von der Photographie mit einer Spiegelreflexkamera war ich die Arbeit mit Schärfe und Unschärfe gewöhnt, diese Möglichkeit fehlte mir auf Dauer bei der XH-A1 doch. Allerdings war bis 2008 keine Alternative in Sicht und so versuchte ich mich daran zu gewöhnen.

Wie ein kleines Wunder nahm ich die Vorstellung der beiden ersten videofähigen SLRs auf: Nikon und Canon ermöglichten Videoaufnahmen mit einem großen Sensor? Mit Kameras, die weniger Geld kosteten als die XH-A1?

Ich beschäftigte mich ausgiebig mit den Vor- und Nachteilen der beiden Neulinge, sah mir die ersten Videos im Web an, las Tips und Tricks zum Umgang und zur Überlistung der Belichtungsautomatik und schrieb im April einen längeren Artikel über das Thema VideoSLR. Im Zuge dessen entstand auch der Schärfentiefevergleich zwischen XH-A1 und 5D Mark II.

Nachdem ich die beiden neuen Kameras von Nikon und Canon eine Weile hatte und die ersten Videos damit entstanden, gab es für mich kein Zurück mehr. Waren sie auch noch so umständlich zu bedienen, schlecht zu halten, hatten Schwächen bei der Tonaufnahme und andere – die wiedererlangte Kontrolle über die Schärfentiefe machte alles wieder wett. Ich hatte keine Lust mehr, mit der XH-A1 zu drehen.

Möge sie ein langes Leben bei ihrem jetzigen Besitzer genießen, für mich sind neue, spannende Zeiten angebrochen. Adieu, XH-A1.


 
 
 

2 Kommentare zu “Adieu, Canon XH-A1…”

  1. Alex
    29. Januar 2010 um 23:47

    Du hättest auch einen 35mm Adapter kaufen können. Es wären halt Zusatzkosten angefallen, wie für einen kleinen 7″ Monitor zur Schärfekontrolle, ein Rail Support System, ein Follow Focus und ein Objektiv. Sowas gibts alles (außer Objektive natürlich) von Firmen wie Redrock oder P+S.

  2. Alexander
    30. Januar 2010 um 00:02

    Hallo Alex,

    Wenn ich damals (2007) schon von 35mm-Adaptern gehört gehabt hätte, hätte ich es in Erwägung gezogen. Vermutlich wäre es dabei geblieben, denn die Kombination ist lang, schwer, unhandlich, teuer, umständlich, man hat Lichtverlust, etc. . Ich bin sehr froh, daß man sich heutzutage nicht mehr mit solchen Notlösungen herumschlagen muß.

    Grüße, Alexander

Kommentar abgeben: