Panasonic DMC-GH1 mit manueller Belichtungskontrolle

Panasonics Video-SLR soll im Juni erhältlich sein und bietet als erste manuelle Kontrolle über Blende, Zeit und Empfindlichkeit. Eine Vorab-Einschätzung.

Die Panasonic Lumix DMC-GH1 ist eine Micro-FourThirds-Kamera und erweitert die bestehende G1 um Videofähigkeiten. Die Kamera hat keinen Spiegel mehr und ist damit keine „richtige“ SLR, dennoch benutzt sie einen relativ großen Sensor (17,3 x 13mm im 4:3-Format) und Wechselobjektive. Der Sensor ist allerdings nur groß im Vergleich mit digitalen Kompaktkameras, er nimmt nur 1/4 der Fläche eines Kleinbildnegativs ein (Formatfaktor 2).

Wenn die Kamera im Juni 2009 erscheint, soll sie inklusive 14-140mm-Objektiv (entspricht 28-280mm Kleinbild) rund 1500 EUR kosten.

Schwenkbarer Bildschirm

Was macht die Kamera für die Videographie interessant? Da wäre zum einen der schwenkbare Bildschirm, welcher eine Erleichterung für alle Positionen darstellt, in denen man die Kamera nicht stur vor sich halten möchte. Aufnahmen in Bodennähe, aus der Hüfte und über dem Kopf werden so wesentlich einfacher.

Manuelle Kontrolle

Zum zweiten sind an der Panasonic erstmals alle Belichtungsparameter manuell wählbar – dies wird wohl Benutzer der D90 und 5D Mark II am neidischsten machen. Blende und Zeit können auch während einer Aufnahme geändert werden.

Andere Besonderheiten

Der Kontrast-Autofokus (AF) arbeitet ebenfalls während einer Aufnahme, laut Philip Bloom sogar in beiden Modi: Normaler, mittenbetonter AF und Gesichtserkennung – und dabei soll er auch noch schnell sein.

Die GH1 nimmt entweder „Full-HD“ (1920×1080 Pixel) in 50 Halbbildern (50i) oder 1280×720 Pixel in 50 Vollbildern (50p) im H.264-Codec auf. Alternativ auch 30 Bilder/s in 1280×720 Pixeln und Motion-JPEG. Wie Philip Bloom in einem hübschen Strandvideo zeigt, eignet sich die 50p-Betriebsart auch gut, um das Material in 25 Bildern/s und damit leichter Zeitlupe wiederzugeben.

Leider ist die Datenrate mit 17 Megabit/s (auch im Vergleich zur 5D Mark II mit 42 MBit/s) relativ niedrig. Dafür kann die GH1 eine knappe halbe Stunde aufnehmen, bevor man einen neuen Clip beginnen muß.

Mehr Informationen und Demovideos gibt es bei Philip Bloom, der die GH1 schon testen konnte.

Vorab-Einschätzung

Die GH1 könnte eine interessante Kamera für Neueinsteiger sein, welche noch keine Nikon- oder Canon-Objektive besitzen. Es gibt noch nicht viele Objektive für das Micro-FourThirds-System, allerdings kann man mit einem Adapter auch Leica-M-Objektive anschließen.

Die manuelle Belichtungskontrolle und das schwenkbare Display sind im Moment interessante und nützliche Alleinstellungsmerkmale.

Für mich persönlich wären allerdings der etwas kleinere Sensor und der elektronische Sucher, verbunden mit der nicht so hohen Videodatenrate Hinderungsgründe bei der Überlegung, die GH1 zu kaufen.

Betrachtet man allerdings die GH1 eher als Videokamera, die ja sowieso keine optischen Sucher haben, ist sie eine enorme Verbesserung gegenüber den jetzigen Camcordern – vielleicht bis auf die Handhabung (aber immerhin mit einem je nach Objektiv großen Fokusring).

Da ich schon einige Nikon-Objektive besitze, werde ich wohl abwarten, was Nikon der 5D Mark II entgegenzusetzen hat. Das wird allerdings noch eine Weile dauern.

Wie denkt Ihr darüber? Sind große Sensoren und hohe Datenraten für Euch kaufentscheidend? Oder eher andere Dinge?


 
 
 

Ein Kommentar zu “Panasonic DMC-GH1 mit manueller Belichtungskontrolle”

  1. dudi
    16. Mai 2009 um 12:09

    hi alexander,

    erstmal danke für deine übersicht und einschätzung der gh1.
    ich denke die sensorgrösse ist noch akzeptabel.
    was mich viel mehr stört ist die geringe datenrate. es gibt einige testvideos im netz die zum teil erhebliche kompressionsartefakte zeigen.
    obwohl das material von phillip bloom diese fast garnicht aufzeigt. aber da kommen wahrscheinlich die 20 jahre erfahrung als kameramann zum tragen.
    was ich noch sehr interessant finde, ist der 720 50p modus.
    na ja warten wir mal das grosse review von phillip ab, was ja wohl anfang juni veröffentlicht werden soll.

    grüsse dudi

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